Montag, 28 Januar 2019 20:25

Bau des Höllenblitzes

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Schon seit vielen Jahren baue nicht nur Circusmodelle im Maßstab 1:87, sondern auch Kirmesmodelle. Eine Anlage, die mich schon seit vielen Jahren fasziniert und interessiert, ist die größte transportable Indoorachterbahn der Welt, der Höllenblitz von der Schausteller Familie Renoldi aus Bremen. In Sachen Technik und Logistik ist diese Anlage einmalig.

Da lag es doch nahe, diese imposante Bahn ins Modell um zusetzen. Ganz am Anfang hatte ich die Idee, das Modell im Aufbau dar zustellen, jedoch habe ich diesen Plan vorerst einmal in die Schublade gelegt. Grund ist nicht etwa die komplexe Bauart des Höllenblitzes, sondern das sich mein Kirmesdiorama vom Thema "Kirmes im Aufbau" zu einer "spielenden Kirmes" geändert hat. Also musste der Höllenblitz spielend gebaut werden. 

Vor gut einem Jahr habe ich damit begonnen, das Modell zu bauen. In fast 10 Monaten Bauzeit ist das Modell stetig gewachsen und wurde zur 19. Circus- und Kirmesmodellbau Ausstellung in Oer-Erkenschwick erstmals gezeigt. Doch die reine Arbeit began nicht erst vor einem Jahr. Um solch eine Anlage dieser Größenordnung realistisch ins Modell um zu setzen, muss man sich viele Auf- und Abbauten anschauen, Fotos und Videos machen , Bauteile und Komponten vermessen und soviele Informationen wie möglich sammeln und zuzsammen tragen.

Doch alleine schafft man sowas natürlich nicht. An dieser Stelle ist auch mal ein großes Dankeschön fällig, vorallem an Klaus Renoldi Jr. , der mir unzählige Infos, Zeichnungen und Daten der Anlage zur Verfügung gestellt hat, um überhaupt diese Modell bauen zu können. Ebenso gilt mein Dank den Fahrern von Renoldi. Sie haben mir oftmals Fotos gemacht, wenn ich mal nicht konnte oder haben mir bescheid gegeben, wann welche Transporte ankommen, damit ich entsprechende Fotos machen konnte. Ebenso einige Kirmesfreunde, die selber tolle Bilder gemacht haben, egal ob mit teurer Spiegelreflexkamara oder mit der Drohne. Solche Aufnahmen, besonders die aus der Drohne sind unverzichtbar. 

Als ich im vergangenen Januar mit dem Höllenblitz angefangen habe, war meine erste Arbeit, die unzähligen Bilder der Deko von der Vorderseite, den Seiten sowie der Rückseite zusammen zu setzen und zu bearbeiten. Insgesamt bestehen die vier Seiten aus 38 Einzelbildern, die alle aufwändig im Bildbearbeitungsprogramm bearbeit und zusammen gefügt wurden.

Anschliessend wurden die Grafiken auf selbstklebende Folie gedruckt und mit einem Versiegelungsspray besprüht. Man kann zwar auch Klarlack nehmen, aber dieses Spray ist genau für diese Folien gewesen. Somit kann die Farbe nicht ausbleichen mit der Zeit und ist besser geschützt. Die Folien wurden nach dem säuberlichen ausschneiden auf 2mm starke Kunststoffplatten geklebt. Die Platten waren vorher exakt zugeschnitten worden, mit diversen Leisten und Profilen von Evergreen im unteren Bereich versehen und abschliessend weiss lackiert worden.

Nachdem die einzelnen Platten dann zusammen geklebt waren, stand schon einmal das Grundgerüst des Höllenblitzes. Das war jedoch bist zu diesem Zeitpunkt der leichteste Teil. Denn jetzt ging es an die gesamte Dekoelemente an der Front mit Wasserfall und Bahnhofsbereich auf der Vorderseite. 

Zuerst wurde der Bahnhofsbereich, wo die Fahrgäste ein- und aussteigen aus Kunststoffplatten gefräst und eingebaut. Im Original sind das alleine vier 40ft Container. Die Schienen am gesamten Modell stammen aus dem 3D Drucker, ebenso die einzelnen Wagons. Danach folgte die komplexe Felsenstruktur. Hierzu habe ich mir als erstes einmal ein Modell aus Kunststoff gebaut, wo später die Felsen befestigt werden sollten. Auf das Kunststoffgerüst habe ich dann einige Felsplatten aus Styrodur von Faller geklebt. Im Fachhandel habe ich Silikonformen von Woodland besorgt, mit denen man diverse Felsen mit Gips abgiessen kann. Jedoch verwende ich keinen normalen Gips aus dem Baumarkt, sondern Detona Gips. Der wird in der Zahnindustrie für den Formenbau verwendet. Der Vorteil dabei ist, das sich Kunststoffpartikel im Gips befinden und dieser dadurch nicht so schnell bricht. Gerade für Modelle die auch transportiert werden, ist das eine sehr gute Lösung. Die Lücken wzischen den einzelnen Felsen wurden dann entsprechend aufgefüllt. Abschliessend wurden die Felsen lackiert und gealtert. 

Im vorderen Bereich ging es dann mit den Wartebereichen für die Besucher weiter. Aus Fliegenddraht wurden die Zäune hergestellt, mit Evergreen Leisten verziert und schwarz lackiert. So wurde der Höllenblitz Stück für Stück größer.  Nachdem die einzelen Bauteile wie Hütten und Kassen , die Modellbau Meinhardt gefräst wurden, fertig waren, kam die nächste große Herausforderung: der Wasserfall! Insgesamt habe ich hier 4 Anläufe genommen, bis er so geworden ist, das er mir gefällt. Das Wasser stammt aus dem Sortiment von AK Modelle. Hier gibt es diverse Möglichkeiten, wasser perfekt in Scene zusetzen. 

Natürlich darf RUSTI auch nicht fehlen. Lange habe ich nach einer passenden Figur geuscht. Fündig bin ich dann im Internet geworden, wenn man nämlich "Heidis Großvater" bei Amazon eingibt, bekommt man diese wunderbare Figur. Diese muss natürlich noch bearbeitet werden. Zuerst wurde Alufolie um die Figur gewickelt und verklebt, dann lackiert. Der Bart sowie die Haare wurden aus Watte gefertig und abhscliessend gealtert. Mit ein wenig geschickt erhält man so eine wirklich sehr realistische Figur die Rusti sehr nahe kommt.

Bevor die Anlage aber fast fertig war, ging es noch an die wohl größte Arbeit: die Beleuchtung! Am Höllenblitz wurden alleine im Frontbereich mehr als 25 normale Led-Scheinwerfer sowie 15 RGB Scheinwerfer verbaut. Das gesamte Lichtsystem und die ganzen Sonderanfertigungen wie Bahnhohfsinnebleuchtungen, Kassenschilder oder auch die speziellen Flutlichtscheinwerfer auf den Kassen wurden alle von Stephan Krause (Krause-Modellbau) gefertigt.  Er hat meine Ideen und Wünsche perfekt umgesetzt, und zwar so, das auch eine Elektroleihe wie ich, alles selber einbauen konnte. 

Aber auch die sogenannten Binderwagen, auf den die Schienen und Binder (Dachquerträger) befördert werden, wurden von Stephan Krause nach meinen Zeichnungen gefräst. Somit stehen schon mal die ersten Fuhrparksachen an der Anlage. Weitere sind derzeit noch in Arbeit.

Das einzige was derzeit noch fehlt ist der HÖLLENBLITZ-Schriftzug , welcher aber in kürze noch fertig gestellt wird. 

Aber nun denke ich, sagen Bilder mehr als Worte. 

Viel Spaß beim anschauen der Bilder...

 

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